Wasser – egal ob aus der Flasche oder aus der Leitung?

Es soll hier nicht um das leidige Thema Privatisierung von Wasser durch die EU gehen. Vielmehr möchte ich darauf aufmerksam machen, wie sinnvoll/sinnfrei eigentlich das Trinken von Wasser aus der Flasche ist.

Utopia schreibt: Zwei Liter Mineralwasser kosten im Durchschnitt einen Euro. Für den gleichen Euro bekommt man 200! Liter Leitungswasser.

Vor allem Menschen, die Tafelwasser oder stilles Wasser trinken, sollten sich da besonders hinterfragen, denn:
Das Leitungswasser in unseren Gegenden ist genauso sauber und gesund, wie das Wasser aus der Flasche.
Dagegen ist die Ökobilanz des Flaschenwassers deutlich schlechter.

Womit hängt das zusammen?

Das übliche Mineralwasser aus Flaschen sollte für gewöhnlich durch mehrere Gesteinsschichten gefiltert und damit mit vielen Mineralien gefüttert sein. Damit es sich Mineralwasser nennen darf, müssen einige Verordnungen und Richtlinien eingehalten werden. Man munkelt allerdings, dass einige Abfüllanlagen dem üblichen Mineralwasser einfaches Leitungswasser beimengen, weil schlicht und einfach gar nicht so viel Mineralwasser/Quellwasser aus dem Berg sprießt, dass der Bedarf an Flaschenwasser gedeckt werden kann.

Was macht Leitungswasser so „schlecht“?

Der Beobachter schreibt: Ein verbreitetes Argument für den Konsum von Mineralwasser ist dessen hoher Anteil an gelösten Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Natrium. Doch dieser Vorteil ist weniger relevant als gemeinhin angenommen. Denn wir decken unseren Bedarf an den meisten Mineralstoffen vollumfänglich mit dem Essen ab: Kalzium nehmen wir zum Beispiel über Milchprodukte auf, Magnesium über Vollkornprodukte und Gemüse und Natrium über das Speisesalz. Kommt hinzu, dass der Mineraliengehalt in vielen Mineralwässern gar nicht höher als im Leitungswasser ist.

Viel größer ist allerdings die vielzitierte Belastung der Umwelt durch das Flaschenwasser. Es mag penibel klingen, aber der entscheidende Unterschied zwischen Leitungswasser und Flaschenwasser ist, dass das eine schon baulich in unser Haus integriert ist, das andere aber erst abgefüllt und zu uns gebracht werden muss.

Wie Plastikflaschen entstehen, befüllt werden und in welchem Aufwand sie wiederbefüllt werden, zeigt die Sendung mit der Maus (Video). Im Video bekommt man auch kurz näher gebracht, dass Plastikflaschen noch schlechter sind, als Glasflaschen – zumindest was die Wiederverwendbarkeit betrifft.

Und wie kommt die Flasche dann zu uns?

Nach der Herstellung muss die Flasche erstmal in den Verladezyklus, in die Kaufhallen transportiert und von dort wieder zu uns nach Hause transportiert werden. Ein ähnlicher Aufwand entsteht auf dem Rückweg. Abgase, Aufwände, Kohlenstoffdioxid usw. – was wir uns beim Leitungswasser natürlich sparen.

Nochmal Utopia: Warum zum ****, sollte ich Wasser in Glas- oder Plastikflaschen kaufen und die schweren Dinger bis nach Hause schleppen, wenn ich für ein paar Pfennig bestes Leitungswasser direkt aus dem Hahn zapfen kann?

Leitungswasser trinken? Schmeckt das denn?

Auch bei Leitungswasser muss man nicht auf die geliebten Blubberblasen verzichten. Mit Hilfe von Soda-Geräten kann man das Wasser ganz nach Belieben mit Kohlensäure anreichern. Quelle

Aber auch mit sogenannten Wassersteinen kann man sich den gewünschten Mineraliengehalt ins Leitungswasser holen. Dafür braucht es lediglich eine Glaskaraffe, eine Wassersteinmischung die dem eigenen Esoterik-Spleen entspricht und ca. 2 Stunden Zeit. Geschmacklich merkt man sicherlich nur einen Unterschied, wenn man ihn tatsächlich schmecken will – aber zumindest bleibt das gute Gewissen der Umwelt nicht noch weiter geschadet zu haben.

Zwei „Rezepte“ zum Veredeln von Leitungswasser:

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