So gewinnst du jeden sportlichen Wettbewerb

Sport ist toll – es ist eine wunderbare Möglichkeit, sich gesund zu halten und an seine Grenzen zu gehen. Inzwischen ist Sport aber noch einiges Mehr: Wettbewerb! Auf der Jagd nach Zeiten, Weiten und Punkten kommt es inzwischen nicht mehr nur auf das Maximum an Leistung an, sondern auch darauf seine Kontrahenten im Griff zu haben. Die Lorbeeren sammelt meist nur der Sieger ein – nicht der beste Kämpfer. Deswegen findet ihr hier Tipps, wie ihr euren sportlichen Wettkampf siegreich gestaltet.

Meine Tipps, um im sportlichen Wettbewerb erfolgreich zu sein:

1. Training = Wettkampf

Versuche in jedem Training den Wettkampf zu simulieren sei es der Zielsprint, der Hungerast oder der Wettbewerb mit deinen Gegnern (oder Trainingspartnern). Nutze dafür nicht immer das komplette Training, sondern setze einzelne Reizpunkte innerhalb deines Trainings z.B. einen Bergsprint, einen 1 gegen 1-Kampf oder eine spielnahe Übung.

Wettbewerb jederzeit - Blockvorbereitung am Volleyballnetz

Wettbewerb beginnt mit der Gegneranalyse – hier am Volleyballnetz

2. Beschäftige dich mit deinem Sport und trainiere nicht nur deine Muskeln

Erstelle Individualtaktiken indem du sie dir von großen Sportlern ab schaust oder das Spiel/den Wettbewerb intensiv beobachtest. Auch Techniken, Trainingsideen und Umgangsformen kann man sich wunderbar bei den Profis abschauen – also ruhig mal am regnerischen Sonntagnachmittag die Glotze an und den Vorbildern auf die Füße geschaut.

3. Nutze jede Gelegenheit um deinen Gegner von deinen Stärken in Kenntnis zu setzen

Sei es das Einspielen der „trash talk“ zu Beginn eines Wettbewerbs, die Trainingsarbeit oder die generelle Befindlichkeit – dein Kontrahent wird durch diese Informationen in seiner Arbeit angestachelt oder sogar eingeschüchtert. Seine Trainingsarbeit lässt sich dadurch geschickt manipulieren. Natürlich ist es immer besser, mit entsprechendem Selbstbewusstsein über seine momentane sportliche Verfassung zu sprechen – das kratzt an den Nerven. Allerdings sollte man dann im Wettkampf auch halten, was man vorher angedeutet hat und den Gegner im Griff haben.

4. Pflege Lieblingsgegner

Es gibt immer wieder Gegner, gegen die man besonders gern antritt oder besonders gern gewinnt. Diese Duelle zeichnen sich durch besonders hohen Ehrgeiz, nebensportliche Anreize oder knappe Entscheidungen aus – aber auch durch besondere Fairness. Einen Gegner, den man in jeder Begegnung erst in der Nachspielzeit besiegen kann, der ist auch neben dem Feld eine besondere Bereicherung des Sportlerlebens.

5. Bleibe immer positiv

Aus einem Leistungsloch kannst du dich nur herausziehen, wenn du es locker nimmst. Jeder macht Fehler, jeder hat mal einen schlechten Tag – aber gerade in kampfgeprägten Sportarten kann ein Leistungsloch schnell das Aus bedeuten – für den Gegner und für dich. Versuche dich schnell aus dem Tief herauszuarbeiten, indem du dich auf deine eigenen Stärken besinnst und sie dem Gegner aufzwingst. Ist dein Gegner labil, dann wird er sich aus der Fassung bringen lassen und ist selbst schnell einem Tief nahe.

6. Spiel keinen sozial Ball

Ist der Gegner in einem Stimmungstief, so nutze es um den entsprechenden Vorsprung zu erlangen. „Wir haben ein Hoch, die haben ein Tief“ wird regelmäßig auf den Spielfeldern der Welt gesungen. Gewinnen kann nur der, der sein eigenes Hoch bis über die Ziellinie retten kann. Aber: „Fair geht vor“! Sollte sich dein Gegner verletzt haben oder andere gesundheitliche Mängel haben, sei so fair und hilf ihm. Auch der sportliche Gedanke sollte im Wettkampf nicht vergessen werden: Zu einem Sieg gehört auch, dem Gegner für einen fairen Wettkampf zu danken und nicht auf Kosten der Kontrahenten sich im Ruhm zu aalen.

Wettbewerb ist ein sportliches Spiel, der Wille zu gewinnen ist selbstverständlich, allerdings bedeutet das nicht, den gegnerischen Sportsfreund vernichten zu müssen, gewinnen heißt ja nicht besiegen.
Lothar Seiwert in „Ausgetickt: Lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert.

7. Siege über deine Nerven

Es gewinnt nur der der ende die Nerven behält. Lass dich nicht auf Taktierereien ein – gestalte immer selbst deinen Wettbewerb. Es gibt Momente im Wettbewerb, da kämpft man direkt gegen den Gegner – Kopf an Kopf. Allerdings gibt es auch genügend Momente, in denen man einfach Leistung sprechen lassen muss und Taktik in den Hintergrund rückt. Konzentriere dich auf deinen Wettbewerb; sieh zu, dass du deine Leistung abrufen kannst – und wenn du die Chance auf den Sieg hast: Greif zu!

Wettbewerb im Mannschaftssport

erfolgreicher Wettbewerb: Volleyballer versammeln sich in der Spielfeldmitte zum Jubeln

Wettbewerb um den Sieg: Feiere den Zwischenerfolg

Solltest du in einer Mannschaft spielen, so stelle sie schlau zusammen. Es sollten verschiedene Charaktere in deiner Mannschaft Platz finden:

Der Leistungsträger

Jede Mannschaft braucht einen Leuchtturm der Leistung bringt und auf den meist Verlass ist. Wenn sich die Leistungsträgerschaft auf mehrere Schultern und auf verlässliche Füße stellt, dann ist das zuträglich für kontinuierliche Leistungsfähigkeit. Je dichter das Leistungsgefüge, desto besser kann man auch Ausfälle der Leistungsträger kompensieren.

Unbedarfte Mitspieler

Einer Mannschaft können auch Neulinge und unbedarfte Spieler nicht schaden. Solche Spieler sorgen in den kritischen Situationen für das entsprechend unbedarfte Verhalten und hauen ohne Sorge und ohne sich Gedanken zu machen auf dem Ball – sie tun was ihnen gesagt wird. Gerade in psychisch kritischen Wettbewerben kann man so andere Teammitglieder auch wieder wunderbar neutralisieren und einschwören.

Jedem Neuling seinen erfahrenen Partner

Aber: Jeder Neuling brauch eine weisende Hand. Jemand der sich in gewissen Situationen in ihn hineinversetzen kann und ihm hilft. Das kann neben dem Feld natürlich der Trainer sein – allerdings ist ein Mitspieler auf dem Feld viel näher dran, als der Trainer am Rand. Stelle die verschiedenen Charaktere möglichst Gemischt auf. Es sollten möglichst nicht fünf Neulinge nebeneinander stehen – auch der örtliche Bezug muss gewahrt bleiben

 

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  • In dem Zusammenhang kann ich auch den folgenden Artikel zum Thema Selbstregulation empfehlen: http://www.beach-volleyball.de/beach-academy/trainingstipps/beachvolleyball-training/kommunikation-und-teamplay/die8kostbarkeiten.html

  • Robert Harnack

    Wir haben im Team nur selbst trainiert. Die Lieblings- oder Angstgegner gibt es nicht bei uns.
    Unsere Spiele wurden wenn sie wichtig waren aufgezeichnet und nicht durch uns speziell analysiert. Sie soll potenziellen Neulingen oder anderen dienen zu sehen wie man spielen kann.
    Ausländische Freunde aus Amerika und Belgien analysierten uns in den Videos. Sehr witzig wie ich finde.
    Ich versuche jedem neuling das mit zu geben, was ich mir alles selbst erarbeitet habe durch abschauen.
    jeder muss und wird seinen eigenen Weg mit Techniken finden.

  • Das freut mich!
    Vielleicht kannst du diese Liste auch noch mit deinen Erfahrungen zu ergänzen? Gerade an der Leistungsspitze mit wenigen Trainingspartnern machen Scouting, Videoanalyse & Umfeld noch viel mehr aus, oder?

  • Robert Harnack

    Das trifft sowas von zu!
    Alles konnte ich mehr oder weniger einsetzen.
    Hatte diese „Regeln“ so für mich im Kopf.
    Hab es vom Anfänger bis zum Welt- und Europameister gebracht! 🙂
    Fortsetzung folgt